Therapie

Hörsturz und Tinnitus, Erkrankungen der Gleichgewichtsorgane

Ein plötzlich aufgetretener Hörverlust oder ein neu aufgetrenes Ohrgeräusch (lat. Tinnitus) sollte als otologischer Eilfall innerhalb von 24 Stunden behandelt werden. In der akuten Phase wird die Funktionsstörung der Sinneszellen im Innenohr durch eine Durchblutungsstörung erklärt. Gemeinsam mit dem Hörverlust kann ein Dreh- oder Schwankschwindel mit heftiger Übelkeit auftreten. Dies spricht für eine Beteiligung der Gleichgewichtsorgane, welche jedoch auch als eigenständiges Krankheitsbild existiert. Entsprechend erfolgt nach der Diagnosestellung eine Infusionsbehandlung ...

... mit gefäßerweiternden, die Fließeigenschaften des Blutes verbessernden Substanzen (z.B. Pentoxyfyllin, Hydroxyaethylstärke).In einigen Fällen wird zusätzlich auch noch Cortison verabreicht. Die Erfahrung zeigt, dass die Aussichten auf Symptombesserung und Heilung umso besser sind, je früher die Infusionsbehandlung begonnen wird. Die Infusionsbehandlung erstreckt sich in der Regel über 10 Tage. In der Bundesrepublik orientiert sich die Behandlung dieser Krankheitsbilder an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals- Nasen- Ohrenheilkunde.

Saisonale und perineale Allergien

Liegen bei einem Patienten nicht mehr als drei schwerwiegende Allergien vor, ist die Durchführung einer spezifischen Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, sinnvoll. Bei der SIT werden eines oder mehrere speziell aufbereitete Allergene in die Unterhaut, vorzugsweise am Oberarm des Patienten, injiziert. Das Immunsystem bildet als Reaktion blockierende Antikörper, die bei erneutem Kontakt mit den Allergenen die allergische Reaktion des Körpers abschwächen. Bei der präsaisonalen SIT erhält der Patient ca. 8 Wochen vor Beginn des Pollenflugs wöchentlich eine Injektion, welche in der Dosis gesteigert wird. Bei der ganzjährigen SIT erhält der ...

... Patient nach einer wöchentlichen Dosissteigerung über ca. 8 Wochen eine Dosis- Erhaltungsspritze ca. einmal im Monat. Die Behandlung findet über insgesamt drei Jahre statt und setzt viel Disziplin seitens des Patienten voraus, da die Injektionstermine pünktlich eingehalten werden müssen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit sublingualen Immuntherapie. Hierbei appliziert der Patient täglich selbst Tropfen unter die Zunge (SLIT).
Während der Schwangerschaft oder bei geplanter Schwangerschaft kann eine SIT nicht durchgeführt werden.